Mittwoch, 23. November 2011

Allgemeinbetrachtung von Kompromißantennen

Was sagt uns eigentlich der Begriff "Kompromißantenne" ?
Es handelt sich wohlweißlich um eine Antenne, die nicht gerade unser Wunschkandidat ist und welche den physikalischen Gesetzen leider ebenso untergeordnet ist.
Somit sicherlich nicht die Leistung erbringen kann wie eine vergleichbare "ausgewachsene" Antenne, jedoch ist man damit immerhin qrv und wird auch gehört!
Gerade jetzt in einer Zeit, wo jeder "Nichtfunker" allergisch auf den Begriff "Sende- und Empfangsanlage" reagiert und schon Ausschlag bekommt, wenn nur annähernd solch ein Gebilde in der Nähe gesichtet wird.
Und da wird es jetzt wichtig für uns, wir müssen unsere Umgebung sorgfältig sondieren und untersuchen, klären, was für eine Antenne kommt für uns überhaupt in Frage, was muß sie können, wie kann ich sie gestalten und wo kann ich sie montieren?
All diese Fragen sind vorab zu klären, denn es gibt immer eine Möglichkeit, eine halbwegs ordentliche Antenne aufzustellen, wenn man sich nur gut genug umgesehen hat und seine Phantasie spielen läßt.
Jede so ausgedachte Antenne ist ein Unikum, sie ist speziell für unsere Bedürfnisse und den Begebenheiten angepasst, nichts desto Trotz folgt sie bekannten physikalischen Vorgaben, aber es ist keine Schande, schon vorgegebene Modelle evtl. etwas abzuändern oder anzupassen, eben damit zu experimentieren!



Man sollte ebenso keine Scheu haben, Antennen zu wählen, von denen andere wiederum sagen, sie seien nicht geeignet oder funktionieren nicht.
Solche Aussagen sind einfach sehr subjektiv und beruhen manchmal auch bei diesen Leuten auf fehlendes Wissen oder begangenen Fehlern, die keiner als solche erkannt hat.
Ich rede hier z.B. von verschiedenen Vertikalantennen und endgespeisten Antennen, die, wenn richtig gebaut und montiert, ohne Weiteres zu erstaunlichen Ergebnissen führen können.
Dazu vermerkte schon Bruce (W6TOY) in einem Bericht, daß er vor allem bei Vertikalantennen erstmal den Begriff " HF-Erde " richtig verstehen mußte, um dann durch eine Verbesserung dieser endlich zu dem gewünschten Erfolg zu gelangen.
Gegengewicht ist das Zauberwort bei dieser Art von Antenne, je besser die HF-Erde gestaltet ist, desto besser ist der Wirkungsgrad der Antenne!
Im Grunde gilt das auch für sogenannte Langdrähte, eine gute Erde sorgt hier für hervorragende Erfolge, einfach angematcht trotz Verluste leisten sie ihre Arbeit für Euch,
Und das eben sehr viel besser, als der eine oder andere darüber gesprochen und geschrieben hat, weil genau diese Tatsache mit der Erde immer außer Acht gelassen wird.
Desweiteren kann man Drahtantennen in den verschiedensten Variationen aufziehen, die müssen nicht immer gerade sein!
Wichtig ist eben, eine Technik zu finden, mit der man diese Antenne in die Lüfte bekommt, ohne daß der Nachbar irgendjemanden den Baum hochklettern sieht.
Bei Drahtstärken von 0,5 mm - 1 mm sieht diese Antennen kaum jemand, sie halten aber ohne Weiteres 100 Watt aus.



Und genau da führt uns das Ganze auch hin, jeder zweite Funker, der mit Kompromißen leben muß, kann unter Umständen solche endgespeisten Drähte aufhängen, ohne gleich Gefahr laufen zu müssen, sofort "standrechtlich" erschossen zu werden.
Diese feinen Drähte sind kaum zu erkennen und Abspannpunkte gibt es meist in der unmittelbaren Umgebung, sie stören niemanden und stellen soweit keine Gefahr dar.
Der Beginn und damit Speisepunkt liegt immer bei Euch, also ziemlich einfach, dort einen Tuner anzuschließen und loszufunken.
Diese Möglichkeit besteht eben, nur kaum jemand nutzt sie und müht sich teilweise mit Indoor-Maßnahmen ab.
Diese sind viel störanfälliger (beidseitig) und umgeben Nachbarn und Euch selbst viel mehr mit HF.
Ich hoffe, ich habe mit meiner Nachbetrachtung doch den einen oder anderen dazu ermutigt, einiges auszuprobieren und sich auch an nicht so beliebte Projekte heranzuwagen, über deren Leistung man womöglich im Nachhinein erstaunt sein wird.
Und nun ran ans Beobachten und Aufbauen - gut DX,
Euer Tom

Platzsparende Magnetic Loops

Wer kennt es nicht, kein richtiger Platz für Antennenaufbauten, Drahtantennen schon gar nicht und die verflixten Vertikals alle sehr hoch und extrem teuer.
An einen Beam ist dabei schon gar nicht zu denken!
Das kann ganz leicht passieren, die große Menge aller Funkamateure finden solche Verhältnisse vor, oder verschlechtern sich durch einen notwendigen Umzug.
Wohl dem, der sein eigenes Grundstück hat, aber auch da gibt es Grenzen bzgl. der Nachbarn, sofern vorhanden.
Und hier kommen nun Magnetic Loops ins Spiel, von denen die einen sagen, sie wären bessere Dummy Loads, und die anderen hellauf begeistert sind.
Man muß selbst Erfahrungen damit machen, wobei ich von Positiven berichten kann, da sie erstens sehr selektiv und vor allem recht handlich sind, auf der anderen Seite eine recht gute Abstrahlung bieten und vor allem beim Empfang die sonst sehr nervenden Störgeräusche ausblenden können.
Ein weiterer Vorteil ist der Wegfall der Gefahr von BCI und TVI, weil diese Antennen wie Bandpässe wirken!



Hierbei gibt es verschiedene Größen, je nachdem, welche Bänder abgedeckt werden sollen.
Leider gibt es kaum MLs, die den gesamten Bereich der KW überschreiten können.
Es gibt derartige Antennen, die manuell abgestimmt, oder eben automatisch angepasst werden.
Das für den Bau notwendige Material besteht zum größten Teil aus Kupfer oder Aluminium.
Ein wenig handwerklich begabt sollte man schon sein, Probleme gibt es zumeist beim Biegen des Strahlerrohres, da dieses mit 22 mm Durchmesser nicht gerade gering ausfällt.
Ein anderes entscheidenes Bauteil ist der Koppelkondensator, an welchem sehr hohe Spannungen auftreten, weshalb Vakuum-Ausführungen schon besser wären als Luft-Kondensatoren.
Bei den Luft-Ausführungen sollte der Plattenabstand auf jeden Fall 1,5 mm betragen, denn die Gefahr von Spannungsüberschlägen ist bei einer Sendeleistung von annähernd 100 Watt recht hoch.
Daraus kann man sogleich schließen, daß das Berühren während des Sendevorganges zu vermeiden ist!
Größenordnungen liegen hier bei 825 mm Durchmesser und gehen bis 3,686 m, so z.B. die Werte von DH5FFL, wobei der Kondensator bei der Kleinen eine Kapazität von ca. 1000 pF aufwies und die Bänder 80 - 12 m überschritt.

Die Vakuum-Kondensatoren halten hingegen schon 5 - 7 KV aus, so daß die Antenne locker 100 - 200 Watt aushält.
Wer es etwas komfortabler haben möchte, betreibt eine solche Antenne mit einem Getriebemotor zzgl. Fernsteuerung, durch den die Kapazität verändert wird.
Die eigentliche Koppelschleife sollte 1/5 der Größe des Strahlerelements betragen.
Der eigentliche Tipp besteht aus dem Antennenanalyzer, der dabei nämlich hilft, den korrekten Punkt für das Gamma Match zu finden.
Zur Abstimmung sollte die Loop auch an ihrem ursprünglichen Standort stehen, da sie durch äußere Einflüsse sofort die Einstellungen zunichte machen würde, wenn man sie z.B. am Boden abgleichen würde, um sie dann auf einem Mast anzubringen.
Eine Magnetic Loop hat eine recht schmale Banbreite, da sie einen Parallelresonanzkreis hoher Güte darstellt.
Der Koppelkondensator muß vor Witterungseinflüße geschützt werden, alle Verbindungen müssen äußerst kurz und großflächig gehalten werden.
Die Loop selbst muß zwingend isoliert vom Metallmast montiert werden, es bieten sich sicherlich andere, nichtleitende Materialien besser an.

Alles in allem ist diese Art Antenne recht gut, dafür nimmt sie verhältnismäßig kleinen Platz in Anspruch.
Die verglichenen Werte gegenüber ausgewachsenen Dipolen waren gerade mal 1 - 2 S-Stufen weniger, aber es konnte alles gearbeitet werden, zumal die Ruhe beim Empfang durch die Ausblendung der Störsignale zu einem entspannten QSO führt.
Die Polarisation sollte man vertikal wählen, umso höher kommt die Antenne.
Ein gutes Nachschlagewerk mit diversen Bauanleitungen findet man im DARC-Verlag - Hans Nussbaum (DJ1UGA) - Selbstbau-Loops für Sende-und Empfangsbetrieb.
Eine Loop aus Fahrradfelgen gibt es auch schon, dazu komme ich sicherlich nochmal.
Wer schon mehr wissen möchte, kann sich den Beitrag per FTP runterladen unter:
surheimer.de = Host / FTP-Port 21 / Benutzer = web35f14 / Passwort = public
Es befindet sich noch weiteres Informationsmaterial in dem Ordner.
Ich hatte schon mal über diese Antennenform berichtet, da gingen wir etwas auf die Grundlagenphysik dieser Antennen ein, jedoch nun hat man selbst auch diverse Erfahrungen damit gemacht und kann diese Euch Lesern dann mitteilen.
Also noch kein Alzheimer, jedes Thema wird im Laufe der Zeit weiter vertieft und Anregungen bzw. Tricks weitergegeben.
Viel Spass,
Euer Tom

Dienstag, 22. November 2011

Gartenantenne

Da wären wir wieder mit einem kleinen Beitrag über platzsparende Antennen, die aber ohne Weiteres mit ihren großen Pendants mithalten können.
Jeder kennt das, eine platzsparende Drahtantenne, die eben nicht gleich ein Monatsgehalt auffrißt, kann in unserem Hobby goldwert sein.
In diesem Zusammenhang ist mir in einer Spezialausgabe der CQ-DL eine Antenne aus England aufgefallen, deren Erwähnung ich nicht vergessen möchte.
Sie ist auch aus der Not geboren worden, weil in England viele Menschen kleine Strebergärten haben, die in Pazellen eingeteilt sind und deren Größe nicht allzuviel zuläßt.

Bill Bartlett (G4KIH) hat diese Antenne entwickelt und gibt uns mit ihr eine gute Kompromißantenne für KW an die Hand.
Sie ist einfach und leicht aufzubauen und bringt erstaunliche Ergebnisse zu Tage





Wenn die Antenne aufgebaut ist, wird sie mit einem 300 Ohm Feeder und einem zweiadrigen 50 Ohm-Kabel gespeist.
Die Abstandhalter können aus Isoliermaterial oder Fiberglas hergestellt sein.
Damit wurde ohne Probleme die USA und Australien gearbeitet, ohne dabei viel Leistung verwendet zu haben.
Wer also etwas platzgeschädigt ist, oder eben einen kleinen Garten hat, der sollte sich mal an einen Nachbau heranwagen.
Eine Aufhängung in L-Form könnte dabei sogar auch in Erwägung gezogen werden !
Viel Spaß beim Bauen,
Euer Tom







Freitag, 4. November 2011

UKW im Umbruch

Hier habe ich mir mal Gedanken zum UKW-Funk in unseren Breitengraden gemacht und stelle mir dabei eine entscheidene Frage.
Wie wir schon gehört haben, wird ja langsam mal wieder an unseren Frequenzen kräftig seitens der Behörden rumgeknabbert, so daß zu befürchten ist, daß vielleicht das eine oder andere Band bald nicht mehr die Bandbreite aufweisen wird, die es jetzt noch hat !



In Holland war man schon soweit, den Relaisbereich zu kommerzialisieren, was Gott sei Dank durch einen Aufschrei der weltweiten Funkamateure und deren Verbände nochmal rückgängig gemacht werden konnte.
Aber das zeigt doch, daß es immer wieder versucht wird, weil unsere Gemeinschaft zum Teil selbst schuld daran ist.
Ich lausche nun viel auf UKW rein und muß immer wieder feststellen, daß ganze Bereiche vollkommen verwaisen, gar nicht genutzt werden, was dann zu solchen Überlegungen führen muß.
Ortsrunden gibt es immer seltener, sie werden bei uns jedenfalls in DL auf dem Relais abgehalten, die diversen Direktfrequenzen sind in der Zeit völlig "tot".
Ich hatte das mal so gelernt, daß man den Kontakt herstellt, prüft, ob ein Direktkontakt möglich ist und wechselt dann auf eine Direktfrequenz.
Mobilisten und portable Stationen nutzen natürlich weiterhin das Relais, welches auch durch den Echolink einer gewissen Frequentierung von Usern ausgesetzt ist und somit in Benutzung ist.
Hier in DL fällt es schon schwerer, den Relaisbereich des 70 cm-Bandes zu beschneiden, jedoch machen einem die leeren Frequenzen im Direktbereich auf beiden Bändern ( 2 m und 70 cm ) Sorgen, hier müßte viel mehr Aktivität sein.



Sicherlich stürzen sich die meisten HAMs in die KW, machen dort viel Betrieb, weshalb diese Bänder wohl eher keinen Anstoß zum Nachdenken geben, aber der UKW-Bereich läßt sich ja kommerziell auch wesentlich besser nutzen und somit vermarkten !
Und dagegen hilft nur eine konsequente Nutzung dieses Bereiches für alle Art von Gesprächen, bei denen es nicht unbedingt um Rapport und Entfernungen geht, sondern einfach nur Gedankenaustausch, Informationsaustausch und dem üblich Ratsch aus dem Leben.
So wie der OV C16 z.B. eine 10 m-Runde hat, so müßte es viel mehr Runden auf UKW geben, die sich auch nicht nur einmal in der Woche dort trifft.
Jeder OV hat meistens eine Direktfrequenz, die es zu nutzen gilt, in 80% der Fälle können sich alle Mitglieder direkt erreichen.
Alles auch kein Problem, wenn man zumeist in den Duobandern die Relais- und die Direktfrequenz mitlaufen läßt, im Monobander eben die Prioritätsüberwachung nutzt.
Machbar wäre jedenfalls eine breitere Nutzung der Bänder auf jeden Fall, was nur an uns selbst liegt, so daß die Gedanken an irgendwelche Beschneidungen bei den Entscheidungsträgern erst gar nicht aufkommen können !
Wir bestimmen unser Schicksal selbst, das gilt eben nicht nur im realen Leben, sondern auch in unserem Hobby-Bereich.

Vorteil zudem wäre zusätzlich für unsere vielen SOTA-Aktivisten gegeben, sie müßten nicht immer erst auf einen Spot hoffen, oder erst das Relais bemühen, um sich Ansprechpartner zu besorgen.
Darüber sollte bei den OV-Abenden mal gesprochen werden, denke ich.

Montag, 17. Oktober 2011

S9v43 Vertikalantenne für den Hausgebrauch

Dieser Artikel befaßt sich mit einer simplen Drahtantenne, die sowohl im heimischen Garten, als auch unterwegs im Gelände aufgebaut werden kann und eine überdurchschnittlich gute Erfolgsquote im KW-Bereich erreicht.
Dabei handelt es sich um eine Vertikalantenne mit einer Länge von 13 m, dessen Antennenlitze innerhalb eines GFK-Teleskopmastes verläuft und ganz simpel auseinandergezogen werden kann.
Das Ganze Gebilde wird dann auf einem Dorn oder in einer einschraubbaren Bodenhülse montiert, dessen Grund eine Aluplatte mit insgesamt 64 Radialanschlüssen bildet.
Die Drahtradiale müssen nicht alle verlegt werden, man kann erstmal nur 4 oder 8 Stück anschließen mit einer Länge von 0,2 Lambda der zu nutzenden Wellenlänge (80 m z.B. bedeutet 15 -16 m Länge) und abschließend einen 1:4 Balun als Impedanztransformator.
Die Antenne selbst wird natürlich mit einem Antennentuner betrieben !



Der Wirkungsgrad dieser Antenne ist selbst bei 80 m noch recht beachtlich und erbringt gute bis sehr gute Ergebnisse.
Auf 10 - 40 m wurde weltweit gearbeitet, auf 80 m ging es in Europa noch recht top, was natürlich ebenso an den ausgelegten Radialen (Gegengewicht) gelegen hat.
Bei Vertikalantennen ist ein Gegengewicht zwingend notwendig, je besser dieses ausfällt, desto eher stimmen die gewünschten Resultate mit der Realität überein.
In unserem Fall lagen 20 Radiale aus, die für das 10 - 80 m-Band bemessen waren, je 4 pro Band (ohne WARC)


Auf 160 m läßt sich mit dieser Antenne noch bedingt arbeiten, DL-QSOs gelingen sehr wohl damit !
Vorteil dieser Konstruktion ist ihre Witterungsbeständigkeit, der geringe Platzbedarf und Drahtradiale, die kaum jemand sieht.
Desweiteren der flache Abstrahlwinkel, der diese Antenne zu einer recht guten DX-Antenne macht.
Wir konnten jetzt nicht ausprobieren, wie sich das bei Anschluß eines Smarttuners direkt am Einspeisepunkt auswirkt, wenn ohne Balun gearbeitet werden kann, aber es ist zu erwarten, daß noch bessere Resultate erzielt werden können.
Auch dabei sei gleich gesagt, ein 3 Element Fullsize-Beam kann auch durch diese Antenne nicht ersetzt werden, jedoch kann man für insgesamt gute 140,- Euro schon einiges erwarten und dürfte gerade bei 40 und 80 m dimensional in die Landschaft passen.
Ein Fullsize-Beam für diese Bänder fällt wohl bei Weitem doch etwas größer aus !






So, wie auf den Bildern von Difona zu sehen, fällt das Kit praktisch aus, optional gibt es dann noch die Radialplatte zu kaufen.



Abspannung ist selbstverständlich von Nöten, das dürfte Jedem klar sein, aber ansonsten ist diese Antenne recht stabil.
Wer sie allerdings stationär betreibt, sollte am Boden lieber mit Dorn arbeiten, da die Bodenhülse stärkeren Windboen nicht unbedingt widersteht.






Hier sieht man noch einmal, wie der Anfang des Aufbaus zu händeln ist, im Grunde recht einfach und leicht zu bewerkstelligen.
Die Drahtradiale macht man sich vorher schon fertig als Verbunde (4 pro Band reichen) und kann im Nu draussen qrv werden.
Diese Lösung ist auf jeden Fall mehr als nur eine Kompromißlösung und wies bessere Resultate auf wie die ganzen kommerziellen Vertikalstrahler der teuren Kategorien.
Wer wiederum mechanisch einige Fingerfertigkeiten hat, kann sich solch eine Antenne schnell selber bauen, wobei für Portabelbetrieb der Antennendraht nicht mal innen verlaufen muß !
Geeignete GFK-Maste gibt es schon recht preiswert bei DX-Wire.
Die Speiseleitung sollte über 50 Fuß (also rund 15 m lang ) sein bei Nutzung des 1:4 Baluns, beim Smarttuner spielt das keine Rolle.

Nun kann man Euch nur noch viel Spaß wünschen und "gut DX", damit könnt Ihr auf jeden Fall einiges reissen !

Samstag, 15. Oktober 2011

Portabel in den Herbst

Nun bricht die Zeit heran, wo das Wetter morgens und abends schon recht frisch geworden ist, tagsüber aber zumeist die Sonne scheint und die Temperaturen noch angenehm erscheinen.
Hier nun kann man die Zeit nutzen und ins Gelände rausfahren, Transceiver, Batterie, Kabel, Antennentuner und selbstgebaute Portabelantenne eingepackt und ab zu einem potentiellen Standort, der einem zusagt.
Dort kurz aufgebaut und qrv sein in ein paar Minuten, ohne irgendwelche Nachbarn zu ärgern.
Frischer Kaffee dabei, etwas zu Beißen und evtl. ein kühles Bier (für Autofahrer natürlich alkoholfrei - hi), dann läßt es sich draussen sehr schön aushalten.

In unserem Fall wird es ein dafür angefertigtes Fotostativ mit einer C-Whip Maxi sein, die uns den Betrieb auf 10,15,20 und 40 m ermöglicht, 80 m ist tagsüber eh nicht angesagt, zudem dürfte der Wirkungsgrad recht bescheiden sein.




Die Antenne erhält noch 4 Drahtradiale a 750 cm und ist damit voll einsatzfähig.
Das Ganze ist in 8 min. aufgebaut und kann entweder aufs Autodach oder neben das Fahrzeug gestellt werden.
Wer natürlich einen fest eingebauten PL-Fuß im Dach hat, braucht keinen Standfuß und erspart sich die Radiale, ein Magnetfuß reicht hingegen eher selten aus.
Beabsichtigt ist der Betrieb auf 15 und 10 m, da mein Freund Christian mich besuchen kommt, der sich ab Januar 2012 auf die Amateurfunklizenz der Klasse "E" vorbereiten möchte, mit der er ja nur 10, 15,80 und 160 m machen darf neben dem eigentlichen UKW-Funk.
Er möchte erstmal Erfahrungen sammeln und dann später auf die Klasse "A" aufstocken, hierzu bedarf es ja nur einer Nachprüfung im technischen Bereich.

Geplante Ausflugsziele werden die Umgebung von Saalfelden (Österreich), die Roßfeld-Panorammastraße in Berchtesgaden und das Kaisergebirge (Österreich) sein, hier gibt es genügend schöne Punkte, an denen man eine solche Session machen und in aller Ruhe seinem Hobby frönen kann.
Das ausgesuchte Equipment wird ein Yaesu FT-450 sein, die Antenne kann ja genau auf SWR manuell abgestimmt werden.
Im 10 m-Bereich werden wir als Ruffrequenz die vom OV C16 genutzte 28.600 MHz nutzen, bei 15 m ist das noch offen - je nach Bandfrequentierung durch andere Stationen.
Los geht es ab dem 19.10.2011, die erste Fahrt führt uns nach Saalfelden und Umgebung, eine feste Zeit kann leider nicht genannt werden, da wir aufs Geradewohl fahren und dort verweilen, wo es uns gefällt.
Es wird aber unter Garantie nicht vor 11.00 UTC sein.

Über evtl. anwesende Stationen, die nach uns "Ausschau" halten, würden wir uns natürlich sehr freuen, da es nichts Schöneres gibt, als wenn man einem Schüler die Praxis zeigen kann und alles funktioniert - also auch QSO-Partner zu finden sind !
Ersatzweise nehme ich noch eine MP-1 mit und den dazugehörigen 3/8-Adapter für den PL-Fuß auf dem Stativ..
Das von mir verwendete Teleskopteil der MP-1 ist ein MFJ-1956 mit über 3 m Länge und ermöglicht den Betrieb von 10 - 40 m einwandfrei.
Gut DX !

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Antennenprojekte im Herbst

Da momentan die Zeit heranbricht, wo man nicht mehr viel Outdoor-Aktivität an den Tag legt, werden auch die Postings in meinem Blog spärlicher.
Das wird sich wohl erst im Frühjahr 2012 wieder ändern.

Trotzdem ist ein erneutes Antennenprojekt in Planung und bedarf genauerer Betrachtung.
Nachdem ich in meinem QTH bisher mehr schlecht als recht mit horizontalen Dipolantennen verschiedenster Art herumexperimentiert habe, widme ich mich jetzt einer Kombination aus Vertikalstrahler und Langdraht.
Diese Mischung sollte es mir ermöglichen, zumindestens die Bänder 10 - 80 m einigermaßen gut abdecken zu können und die mir gegebenen äußeren Umstände dabei berücksichtigen zu können.
Der bei mir vorherrschende Boden ist ein recht feuchter und leitfähiger Boden im Bergener Moos, was ansich erstmal für Antennen jeglicher Art von Vorteil ist.
Das Problem bisher, der mir zur Verfügung stehende Platz in einem Mietobjekt mit recht skeptischen Nachbarn rundum, was natürlich nach unheimlichen Kompromissen schreit.

Ich darf mich des Daches eines Dreifamilienwohnhauses und eines Teils des Gartens bedienen, wobei auch natürlich die sogenannte "Selbsterklärung" einen enormen Einflußes bei der Planung findet.
Der Vertikalstrahler würde dann auf einem Dach mit ca. 20° Neigungswinkel (recht flaches Spitzdach) seinen Platz finden, wobei das Dach selbst 10 m x 8 m nicht überschreitet.
Der höchste Punkt befindet sich somit auf ca. 9,20 m (Giebel) über dem Erdboden, das Dach selbst ist unterhalb mit Alufolie zur Isolierung verspannt.
Geplant wäre aus finanziellen Gründen ein 5 m Mast, der unter Dach auf 1,50 Länge eingespannt ist und auf 3,50 m aus dem Dach herausrausragt.
Auf diesen soll als alleinige Antenne eine sogenannte "XP-12" mit 8 m Gesamtlänge angebracht werden, welche eine 1:9 - Antenne darstellt und somit endgespeist ist.
Die Meinungen über solche Antennen sind vielseitig, von "Mist" bis "geht doch" ist alles vertreten, hier trifft beides zu !
Eine solche Antenne, die nur mittels eines Ununs, der leider etwas Leistung frisst, auf einen annehmbaren Impedanzwert am Fußpunkt gebracht werden kann und zudem noch mantelwellengefährdend ist, stellt natürlich einen Kompromiß dar, den man bei Platzmangel aber durchaus gebrauchen kann.
Solche Antennen sind absolut auf eine sehr gute HF-Erde angewiesen (nicht Blitzschutz), umso besser sie ist, desto eher besteht die Gewähr, auch mit solch einer Konstruktion gut klarkommen zu können.
Immer wieder wird vergessen, daß endgespeiste Antennen die HF-Erde zur Abstrahlung mitbenutzen und brauchen, da nur so brauchbare Resultate erzielt werden können.
Ansonsten sucht sich die Antenne eine Ausgleichserde, was unter Garantie die Masse der Speiseleitung sein wird und bringt die HF in Haus und Shack !
Hier sind dann logischerweise BCI und TVI vorprogrammiert, heiße Lippen und verrückt spielende Transceiver ebenso.
Also müssen wir diese Voraussetzung erstmal schaffen, bevor ein "unechter" Langdraht (egal,ob vertikal oder horizontal) überhaupt funktionieren kann.
Unecht deshalb, weil seine Länge weit unter Lambda der höchsten, zu verwendenen Wellenlänge liegt.




Ist uns die HF-Erde gelungen, kann auch diese Konstruktion ihre Arbeit verrichten, selbst bei dem einkalkuliertem Verlust durch Unun und fehlangepasster Speiseleitung, was logischerweise den Einsatz eines Antennentuners voraussetzt.
Diese Antenne wird auf keinem Band eine Resonanz im Amateurfunkbereich erkennen lassen, soviel ist schon klar.
Desweiteren muß darauf geachtet werden, daß man, wenn möglich, den Tuner in unmittelbarer Nähe des Fußpunktes setzt, um die Verluste und entstehenden Mantelwellen auf einer langen Speiseleitung etwas entgegenwirken zu können.
Ideal wäre ein Smarttuner direkt am Fußpunkt, dann entfällt sogar der Unun, aber hat man solchen nicht, muß ein Automatiktuner unter Dach her, der auf die PTT reagiert und abstimmt.
Dadurch hält man die Länge des fehlangepassten Koaxialkabels in Grenzen, führt diese nicht erst durchs ganze Haus und mindert sogleich die Verluste etwas.
Auch die Gefahr des BCI und TVIs werden gemindert.
Langdraht-Erfahrene wissen, daß ein Draht direkt am Tuner angeschlossen, natürlich ideal ist, da verhält sich unsere Vertikale nicht anders.
Aber auch diese Variante kommt nicht um eine gute HF-Erde herum, es muß immer wieder betont werden, denn sie ist ein Teil der Antenne !
Radiale entfallen bei dieser Antenne, sie wird auch isoliert zum Mast befestigt und hat mit diesem keine metallische Verbindung.
Ein wenig Abspannung sei natürlich bei dieser Konstruktion schon angedacht, immerhin ist das Ganze 11,50 m lang über Dach.
Ein Potentialausgleich sei in diesem Fall aber ebenso zu bedenken, sollte bei Antennen auf einem Hausdach immer der Fall sein.
Ich habe das durch unseren Elektriker im OV - DG2MEL (Wolfgang) mittels Staberder und 16 Quadrat Erdleitung im Garten realisieren lassen.
Theoretisch müßte ich jetzt für die HF-Erde eine ähnliche, wenn nicht gar gleiche Konstruktion setzen lassen, da ich es selbst mangels Leiter und Bewegungseinschränkung nicht kann.
Als Speiseleitung ist Aircel 7 angedacht, es ist etwas flexibler zu verlegen und hat einen geringen Dämpfungsgrad, aber RG-213 wäre schon richtig.
Da die Antenne nicht mit mehr als 100 Watt (Selbsterklärung !) angesteuert werden wird, ist der Unun auch kein Problem.
Ich wähle die etwas verlustbehaftete Variante aus finanziellen Gründen, besitze aber einen MFJ-925 als Tuner, der abgesetzt vom Shack betrieben werden kann - in meinem Fall unter dem Dach.
Die Antenne wird auf 10 - 20 m (wahrscheinlich auch noch auf 40 m) einigermaßen passabel arbeiten, für 80 m ist sie einfach schon zu kurz, um einen annehmbaren Wirkungsgrad erzielen zu können.
Vielleicht reicht es für DL-Verkehr noch aus.

Aber hier kommt der zweite Teil des Projektes ins Spiel, nämlich der gewünschte Langdraht, dessen Abmessungen bei 26,5 m liegen und in L-Form ausgelegt wird.
Speisepunkt wird oben auf dem Dach am besagten Mast in 2 m Höhe über Dach sein, verläuft dann weiter zu einem zweiten Mast, an dem derzeit die UKW-Geschichte montiert ist und wandert weiter zur Grundstücksgrenze auf einen dritten Mast mit 8 m Länge.
Selbstverständlich gilt ebenso hier, eine vernünpftige HF-Erde ist Pflicht, aber in diesem Fall kommt auf jeden Fall ein Smarttuner zum Einsatz, der noch zu besorgen ist.
Es wird sich um einen SGC-239 handeln, der dafür hervorragend geeignet ist.
Damit läßt sich recht gut auf 40 und passabel auf 80 m arbeiten.
Da alle "unechten" Langdrähte gegenüber der eigentlich "wirksamen" Aufbauhöhe recht niedrig aufgespannt sind, braucht man sich um Richtwirkungen etc. keine Gedanken machen, wir haben es dadurch mit Steilstrahler und fast Rundstrahlcharakteristik zu tun.
Manchmal ist ein Draht gar keine so schlechte Antenne, wenn man deren physikalischen Gesetzmäßigkeiten befolgt, eine preiswerte Alternative zu kommerziellen Gebilden aber auf jeden Fall.
Leider sind die Smarttuner nicht ganz so preiswert, mit deren Hilfe allerdings daraus eine recht gute Antenne wird.

Alles in allem keine Geheimnisse, schlicht und einfach gestaltet, so daß alle machbaren KW-Bänder abgedeckt werden und einen guten Kompromiß darstellen.
Dreh- und Angelpunkt ist die HF-Erde, egal, wo eine solche Konstruktion benutzt wird, darüber muß man sich ernsthaft Gedanken machen.
Heizungen in Wohnungen z.B. sind hingegen keine gute Erdung, da muß man sich etwas anderes einfallen lassen !