Montag, 12. Dezember 2011

Automatiktuner

Immer wieder kommt die Frage nach halbwegs guten, und am besten automatisch betriebenen Antennentunern auf, weil die Meisten von uns nicht mehr groß manuell abstimmen wollen.
Über Sinn und Richtigkeit kann man jetzt geteilter Meinung sein, da natürlich ebenso manuelle Antennentuner ihre Vorteile haben können und sich logischerweise zum Selbstbau eignen.
Ich muß offen gestehen, daß ich allerdings auch zur Fraktion der Automatikliebenden gehöre, weil ich das ständige manuelle Neuabstimmen nicht mag und lieber nur die PTT drücke und damit alles automatisch abläuft.

Im Klaren muß man sich darüber sein, was für eine Antenne überhaupt angepasst werden soll, denn über Dipole haben wir uns ja schon eingehend informiert und wissen um deren Symmetrie.
Somit beschäftigt uns diesmal die Kategorie "unsymmetrische Antennen", wo wir eine Vielzahl von bekannten Antennenformen wiederfinden.
Alle von Hause aus koaxgespeisten Antennen zählen nämlich dazu, u.a. unsere so kontrovers diskutierte Langdrahtantenne, die Urform der Antenne schlechthin, obwohl man sich über diese Aussage genauso streiten könnte (Marconi), aber lassen wir es mal so stehen!
Automatktuner wie z.B. die teuren SGC-Tuner (liegen im Bereich von 500,- Euro), oder die preiswerteren CG 3000 von CG-Antenna bis hin zu MFJ mit seinen MFJ-926B als Prunkstück der unteren Leistungsklasse.
Sie alle funktionieren inetwa gleich, man setzt sie  am besten direkt am Fußpunkt der Antenne ein, dadurch spart man sich u.a. verlustbehaftete Baluns bzw. Ununs und die Antenne wird durch Drücken der PTT sofort angepaßt.

Schauen wir uns mal die drei von mir genannten Tunersparten an, da gibt es schon erhebliche Qualitätsunterschiede, die natürlich auch preisbezogen sind.
Der CG-3000 wird in Asien hergestellt, er ist der Preiswerteste seiner Art mit rund 265,- Euro derzeit, wird gerne als sogenanntes Einsteigermodell in dieser Kategorie hergenommen.
Seine Verarbeitung läßt manchmal zu wünschen übrig, die Qualität schwankt von Tuner zu Tuner, dieses berichten immer mehr User auch in den unterschiedlichsten Foren, da kamen selbst Brände im Tuner schon vor.
Nun bin ich da auch immer etwas selbstkritisch, weil sehr oft sitzt der eigentliche Fehler direkt vor dem Funkgerät, nämlich wir selbst, weil wir etwas falsch gehandhabt haben.
Es gibt ebenso genug Leute, die mit diesem Tuner zufrieden sind.                      
Aber eines ist dem nicht abzusprechen, die Verarbeitung innen ist nicht die Beste, darüber muß man sich im Klarem sein.
Wasserdicht ist er, kann direkt am Mast angebracht werden und hält auch unsere unbeliebten Mantelwellen aus dem Haus heraus.
Viele Zwitterformen bei den Antennen, die z.B. mit Feederleitung und einem 1:1-Balun dann auf Koaxkabel übergehen, sind gefährlich störungsverdächtig, ebenso Langdrähte ohne Mantelwellensperre, wobei selbst die manchmal nicht ausreicht.
Da ist es schon von Vorteil, genau am Fußpunkt der Antenne sofort mit der Abstimmung beginnen zu können, um anfänglich nicht gleich mit einer fehlangepaßten Speiseleitung durchs halbe Haus zu müssen !
Der CG-3000 kann also recht gut funktionieren, hier und da mal bekommt man ein "Montagsgerät", mit dem man dann allerdings Ärger bekommt.



Das Gleiche wird vielerorts von MFJ ebenso berichtet, diese Smarttuner liegen fast in der gleichen Preissparte wie CG Antenna und werden meist genauso in Asien gebaut.
Auch hier gilt, kann gut gehen, kann aber auch nicht, wobei es allerdings entscheidend ist, welchen Tuner man hat !
Es gibt nämlich MFJ-Tuner, die werden in den USA verbaut, dazu gehört der MFJ-926B.
Auf das "B" ist dringendst zu achten, da der fast baugleiche MFJ-926 nicht aus den USA kommt.
Und dabei stellen wir doch erhebliche Qualitätsunterschiede fest, der 926B stellt sich durch den für uns zur Zeit günstigen Dollarkurs als goldener Kompromiß dar, weil seine Verarbeitung wesentlich besser gelungen ist und er in 99% aller Fälle seine Arbeit absolut zuverlässig verrichtet.
Er kann koaxgespeiste, unsymmetrische Antennen anpassen, ebenso Langdrähte und mit speziellen Symmetriergliedern auch Dipole, ist dabei wirklich allwettertauglich, braucht geringen Strom und ist relativ leicht im Verhältnis zu seiner Größe.
Ich habe ihn selbst ausprobiert und war recht überzeugt von seiner Gangart, er schafft als einer der wenigen Tuner eine Impedanz von 1.600 Ohm, hier kann man wirklich die Regenrinne oder den Weidezaun anpassen !
Für 280,- Euro erhält der Nutzer ein gutes und robustes Gerät, mit dem er fast alles anpassen kann.



Der SGC-Tuner stammt direkt aus den USA, er ist der Mercedes unter den unsymmetrischen Automatiktunern, liegt im Durchschnitt bei 450 - 550,- Euro, ist allerdings sein Geld wert.
Er weist wirklich eine hervorragende Verarbeitung auf und ist ebenso überall einsetzbar.
Allerdings ist er schon etwas überteuert, hier zahlt man den Namen natürlich mit, da der vorher beschriebene MFJ-Tuner nur geringfügig darunter liegt und dabei noch den besseren Impedanzbereich vorweisen kann.
Es gibt mehrere Modelle von SGC, je nach Einsatzplanung muß der Richtige ausgesucht werden, wir hatten ja schon zum Teil über einige davon bei bestimmten Antennenformen berichtet.
Ansonsten ist ein SGC-Tuner bestimmt keine verkehrte Wahl, ich persönlich würde es trotzdem erstmal mit dem MFJ probieren, man spart doch erhebliche 200,- Euro und ist damit größtenteils nicht schlechter beraten.
Es ist eben wie beim Autokauf, ein VW, BMW oder Opel kann auch gut sein, wenn es nicht unbedingt der Stern sein muß.



Aber bei allen Dreien gilt eben, schwarze Schafe kommen überall vor, wir als User können nur die Verarbeitung und deren Alltagstauglichkeit beurteilen, da gibt es auch die für uns sichtbaren Unterschiede, jedes Gerät beweist sich erst im rauhen Alltag im Praxiseinsatz.
Auf jeden Fall liegen die Vorteile eines Automatik-Smarttuners klar auf der Hand, einfach zu handhaben, abgesetzt vom Shack zu betreiben und passt so ziemlich alles an.
Wenn er gut funktioniert, kann man beim Antennenbau mit einem Erfolg rechnen, sofern sich keine weiteren Fehler einschleichen.
Ein guter Tuner ist meist schon die halbe Miete zu einer mehrbandigen Antennenanlage. 
Wir danken Thiecom und FGH für die Bilder.        
Dann spart mal alle schön (hi),
Euer Tom

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