Freitag, 6. April 2012

2. ARENA-Treffen am Haunsberg

Gestern, am 05.04.2012, fand in der Nähe von Salzburg auf dem Haunsberg ein weiteres ARENA-Treffen ( Not- und Katastrophenfunk) statt, welches wieder sehr informativ und aufschlußreich gewesen ist.
Die österreichischen Verbände und Organisatoren fangen an, die Notwendigkeit der Hilfe von Funkamateuren im Ernstfall anzuerkennen, was ebenso deren Dachverband größtenteils finanziell unterstützt.
Im März fand ja schon das erste Gemeinschaftstreffen aller dortigen Bundesländer statt, bei dem Vorschläge erarbeitet worden sind, die eine weitere Zusammenarbeit der notwendigen Rettungsdienste mit den Funkamateuren erleichtern und vor allem weiterbringen soll.
Funkamateure könnten z.B. auch Ausbildung einzelner Koordinationshelfer in den jeweiligen Diensten vornehmen und sie technisch schulen.
Auf jeden Fall wird dort in letzter Zeit auf österreichischer Seite eine Menge Kraftanstrengung unternommen, um für den Katastrophenfall gewappnet zu sein.



Jeder kann sich dabei vorstellen, und die Vergangenheit hat das auch in verschiedenen Ländern gezeigt, daß im Ernstfall Telefon, Internet und Satelitenverbindungen zusammenbrechen, so daß die sogenannten "modernen" Kommunikationsmittel nicht mehr zur Verfügung stehen.
Erschwerend kommt hinzu, daß leider jeder Rettungsdienst sein eigenes Funksystem und seine eigene Infrastruktur hat, die sich dann im Ernstfall nicht gegenseitig decken und so eine koordinierte Zusammenarbeit ausschließén.
Das kostet Menschenleben, Zeit für die gezielten Einsätze, die Betroffene dann nicht mehr haben!
Und hier setzt die Hilfe der Funkamateure ein, sie können binnen kürzester Zeit an verschiedenen Stellen sofort eine Koordinationsstelle einrichten, weil sie das Wissen, das nötige Know How und das Equipment dafür besitzen.
Denn nur eine gezielte und gut koordinierte Rettung kann viele Leben retten, und das hängt nun mal sehr stark von der Möglichkeit der Kommunikation zwischen den Einsatzkräften, den Leitstellen und den verantwortlichen Behörden ab.
Wir können in einem Beitrag von CNN erleben, wie Funkamateure bei der Tsunami-Katastrophe 2004/2005 zu Lebensrettern und Verbindungspartnern der Rettungsdienste wurden.



Leider müßen wir immer wieder feststellen, daß gerade in Deutschland in diesem Punkt ein riesiges "Loch" existiert, scheinbar nimmt man die Situation hier nicht so ernst.
Leider ist es (wie woanders natürlich auch) sehr schwer, bei den Behörden und den zuständigen Diensten auf ein offenes Ohr zu stoßen, weil jeder auf keine weitere Hilfe von außen "scharf" ist, man läßt sich schließlich nicht in die Karten schauen und wird auch nie zugeben, daß es irgendwo an gewissen Stellen Nachholbedarf geben könnte.
Man möchte viel lieber beweisen, daß ein jeder Verantwortliche seine Arbeit versteht und keine Hilfe benötigt.
Dieses sei auch unbgestritten, aber sie können nicht alle "Löcher" stopfen, da es an manchen Stellen eben doch an Wissen und Möglichkeiten fehlt, zumal eben keiner mit dem Anderen kommunizieren kann!
Das sollte doch auch bei uns mal zu denken geben,oder?
Zumal an finanzielle Unterstützung für die Notfunkreferate in den einzelnen OVs gar nicht erst zu denken ist.
Hilfe wird eben leider noch kleingeschrieben, dem ist einfach so.
Deshalb wohnen wir diesen Treffen in unserem Nachbarland immer mit einem weinenden Auge bei, da man dort so langsam die Zeichen der Zeit verstanden hat und eben auf dem besten Wege ist, hier eine wirkliche Notfalleinrichtung zu schaffen, die jederzeit innerhalb kürzester Zeit überall einer Katastrophe Herr werden könnte.

Auch wir in Deutschland hatten schon Teilkatastrophen, man erinnere sich an die große Schneekatastrophe in Schleswig Holtstein vor etwa 20 Jahren, denn auch zu dieser Zeit waren es Funkamateure, die die Rettungskräfte maßgeblich bei der Kommunikationstechnik und Koordination der Einsätze geholfen haben.
Wir können nicht einfach auf Handy und Computer setzen, diese Techniken sind im Normalfall zu 90% einsatzbereit, aber im Krisenfall komplett überlastet, oder gar gänzlich ausgefallen.
Und darum wird auch Heute noch auf Funk als Kommunikationsmittel gesetzt, da es völlig autark arbeiten kann, nichts kann diese Möglichkeit ersetzen.
Desto wichtiger ist es, daß gerade die Nachwuchsarbeit im Amateurfunkbereich weiter ausgebaut und vorangetrieben wird, daß eben mehr junge Leute für diese Technik und der Ausübung des Amateurfunkdienstes interessiert werden können, denn umso flächendeckender auch dieses System ist, desto eher kann es hilfreich sein.
Zumal daran ebenso zu erkennen ist, daß Amateurfunk nicht nur ein Hobby als solches sein kann, sondern viel mehr ein gesellschaftliches Hilfsmittel im Falle einer Katastrophe.
Hier wird vielleicht mal jeder Bürger zufrieden sein, wenn ein solcher Funkamateur in seiner Nähe wohnt und durch ihn die Kommunikation nach "draussen" gewährleistet wäre.
Ein Grund mehr noch, seine eigene Einstellung gegenüber diesem "Dienst" nochmals zu überdenken und vielleicht seitens Nachbarn oder Vermieter über dafür notwendige Antennen andere Überlegungen anzustellen.
vy 73
Tom


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