Samstag, 7. Februar 2015

Chameleon Hybrid Antennensystem

Heute hatte ich mal die Möglichkeit, eine von den berühmten Chameleon-Antennensystemen ausprobieren zu dürfen und entschied mich für das Hybrid-System, welches mir mehrere Optionen der Antennenmontage zur Verfügung stellen kann.
Es kann als endgespeiste Lösung, als Dipollösung, als Vertikallösung und Portabellösung hergenommen werden.
Im Grunde handelt es sich um einen adaptiven Antennenfuß, in dem ein Breitband Anpaßtransformator eingebaut ist und der sowohl mit Drahtantennen, als auch 3/8 Zoll Vertikalantennen genutzt wird.
Natürlich passen hier die originalen Chameleon-Mobilfunkstrahler drauf, die ebenso stationär nutzbar sind, aber auch jede andere 3/8 Zoll-Variante möglich ist !
Normalerweise werden keine Radiale benötigt, jedoch um optimale Abstrahlbedingungen zu erzielen, kann ich die Nutzung von Radialen nur empfehlen.

Kommen wir mal zum Versuchsaufbau, ich hatte ein Dreibein mit ausziehbarem 4 m langen Mast dabei, an dem ich den Hybrid-Fuß mit einem Stahl-U-Winkel angebracht hatte.
An der unteren Masseschraube, wo der Fuß auch befestigt wird, hatte ich 4 Radiale a 5 m Länge angebracht und in die jeweiligen Himmelsrichtungen ausgelegt. 
Als Strahler diente eine C-Whip Maxi-Antenne für 10, 15, 20, 40 und 80 m, deren Stubs ich noch für 12 und 17 m austauschen kann.
Zur Vorsicht hatte ich einen automatischen Antennentuner von MFJ noch dabei.
Als Funkgerät diente ein Yaesu FT-857d und ich befand mich in Umrathshausen bei Prien auf einer Anhöhe mit ringsherum freier Fläche.

Auf 10 m ging die Antenne auf Anhieb mit sehr gutem SWR-Verhältnis von 1,2:1 bis 1,4:1 im gesamten Band, der AT war nicht integriert.
Nach Austausch des 12 m-Stubs war auch hier die Anpassung kein Problem ohne Tuner.
Auf 15 und 17 m mußte ich den Stub etwas anpassen, erzielte aber dort 1,2:1 bis 1,5:1 im gesamten Band.
Die 20 m waren überhaupt kein Problem, hier bewegte sich die SWR-Nadel so gut wie gar nicht !
Die 40 m waren genauso problemlos anzupassen, gemessen wurde grundsätzlich mit 10 Watt Ausgangsleistung.
Bei 80 m mußte ich den Staub schon etwas „streicheln“, das SWR ergab nach 20 min. Einstellungsphase 1,3:1 bis 1,5:1 über das gesamte Band, was ich schon als sehr gut empfinde.
Somit brauchte ich nirgends einen Antennentuner und konnte anfangen zu arbeiten.

Gleich auf 15 m gelangen mir 4 QSOs mit europäischen Stationen und zwei russischen Stationen in Omsk und Krasnodar.
10 m ging jetzt noch weiter, hier war die US-Ostküste präsent und Namibia dabei.
Auf 17 m hatte ich ein QSO mit Dänemark und einer sibirischen Station in Novosibirsk.
Die 20 m waren perfekt, ich führte aufgrund von Zeitmangel nur zwei QSOs mit Finnland und wiederum Ostküste USA.
Alle Gespräche ergaben Rapports um 57 bis 59, was für einen eigentlichen Mobilfunkstrahler und 80 Watt Ausgangsleistung schon recht ordentlich ist.
Letztendlich noch 3 QSOs auf dem 40 m-Band nach Stuttgart, Hamburg und Lyon in Frankreich, damit endete dann mein Test, weil die Antenne ausgeborgt war und bis 13.30 unserer Küchenzeit wieder zurück sein sollte.
Alle QSOs waren natürlich in SSB geführt worden, so daß die durchschnittliche Ausgangsleistung eh nur bei 60 Watt PEP lag.

Mein Fazit war sonnenklar, als Portabellösung wirklich optimal, schnell aufgebaut und auf allen Bändern (außer 160 m) qrv mit ordentlichen Ergebnissen.
Aber nochmal gesagt, mit Radiale schon eine wesentliche Verbesserung beim Empfang, somit kann man auch beim Senden davon ausgehen.
Diesen adaptiven Antennenfuß gibt es bei WIMO zu kaufen, er liegt bei 265,- Euro und beinhaltet eine endgespeiste Lösung zum Start.
Diese Hybridlösung kann auf jedem Truck, Auto, Balkon, Dach und Portabelmöglichkeit genutzt werden, wichtig auch hier, Masse muß vorhanden sein, ansonsten Radiale verwenden !
Es gibt von MFJ die langen Teleskope mit 3/8 Zoll-Gewinde, diese können ebenso damit „on the Air“ gehen und kosten im Durchschnitt 50,- Euro.
Allerdings könnte für 12 und 17 m ein AT doch hilfreich sein.



Leider hatte ich Tropen-Toni meine Cam nicht dabei, weil alles so schnell gehen mußte, ich habe eigene Bilder immer lieber in meinem Bericht, aber ich hoffe, Ihr entschuldigt das !
Es war mal wieder ein KW-Erlebnis mit einer sogenannten Kompromißlösung, die ich aber gerade bei Portabelbetrieb, oder beengten Platzverhältnissen im heimatlichen Shack für absolut akzeptabel halte.
Es gibt ein kleines Video zur Balkonvariante zum Anschauen.
Der Preis ist jetzt nicht so sonderlich günstig, aber er scheint es wert zu sein, das muß Jeder für sich selbst entscheiden.
Europa und angrenzende Gebiete sind anscheinend immer zu arbeiten, die 7.000 km-Grenze wurde auch erreicht, alles Weitere müßte man in einem längeren Laufzeittest nochmal analysieren.
Leider war es nicht gerade warm da draussen, sonst hätte ich um eine Verlängerung der zur Verfügung stehenden Zeit gebeten, jedoch war das völlig ausreichend bei - 7° C und eisigem Wind trotz Sonnenschein.
Viel Spaß und bis zum nächsten Bericht,
Euer Tom

vy 73


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