Donnerstag, 24. November 2011

Der Langdraht und die Spule

Der von mir hier aufgezeigte Weg, einen Langdraht bei schwierigen Verhältnissen und Gegebenheiten unterzubringen und ihn dann trotzdem von 160 - 10 m nutzen zu können, entstammt einem Bericht von DK8JG, der genau dieses Vorhaben verwirklicht hat.
Wie wir alle schon gelesen haben, sind unsere sogenannten Langdrähte nur "unechte" Langdrähte, weil sie fast nie die Länge von 1 Lambda und mehr erfüllen, denn der Begriff alleine ist ja nicht willkürlich gewählt worden.
Bei den Langdrähten ist darauf zu achten, daß der Speisepunkt nicht in einem Strombauch sitzt, da dieses mit hohen Verlusten behaftet ist.
Deshalb gibt es ganz spezielle Längen bei Langdrähten, die man überall in der Literatur nachlesen kann, zumeist krumme Werte wie 13 m , 17 m, 21 m oder 42 m u.s.w., niemals Lambda-Halbe oder ein Vielfaches davon.
Genau dieses ist dem besagtem OM passiert, indem er bei genau 40 m Drahtlänge natürlich kaum Freude an seiner Antenne hatte.
Also mußte er eine Lösung finden, da sich genau diese Länge durch die beiden Aufhängepunkte ergab.





Er nahm eine Spule und weitere 15 m Draht, die er im 45° Winkel vom eigentlich Langdraht wegführte, sozusagen einen Knick einbrachte.




Es war natürlich darauf zu achten, daß der Langdraht auch eine gute Erde bekam, ohne die er seine Eigenschaft verlieren würde.
Dieser kleine Trick mit der Spule und den um die Ecke gelegten, zusätzlichen Draht ergab dann endlich eine vernünpftige Antenne, die auch gute Rapporte hervorbrachte.
Was sagt uns das?
Es geht hier nur ums Prinzip, manchmal muß man eben ein klein wenig herumexperimentieren, nicht jeder hat gar die 40 m Spannweite zur Verfügung, aber man kann auf die abenteuerlichsten Arten eine Antenne etwas "verbiegen", um sie dann doch zu einer halbwegs anständigen Antenne zu machen.
Da sind wir wieder bei dem Thema "die Umgebung sondieren und alles nutzen, was sich anbietet".
Denn auch bei kürzeren Langdrähten von z.B. 20 m kann ein solches Prinzip fruchten, dazu bedarf es etwas Zeit für Experimente, aber im Nachhinein findet sich dann die alles entscheidene Änderung der ursprünglichen Konstruktion.
Wir alle sind Funkamateure und machen Experimentalfunk, also sollten wir es genauso machen, denn jede Antenne ist auf seinen Nutzer und dessen Gegebenheiten angepasst und funktioniert nur an genau diesem Standort, an dem sie angepasst worden ist.
Deshalb kann ich zum wiederholten Male nur aufrufen, rausgehen, bauen, experimentieren und die Lösung finden - Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut!
Alles Gute,
Euer Tom

Keine Kommentare:

Kommentar posten