Mittwoch, 20. Juni 2012

Alinco DX-SR8E

Hallo werte Mitleser und Freunde,
leider können wir Euch keine Bilder und Berichte vom Salzburger Fieldday hier anbieten, da viele von uns an einer hartnäckigen Viruserkrankung zu laborieren hatten.
Dieses müssen wir dann auf den Fieldday des C16 (OV Traunstein) am 21.07.2012 verschieben.
Aber dafür haben wir wieder einen Praxisbericht eines recht neuwertigen Transceivers der unteren Preisklasse.

Alinco DX-SR8E





Da ich immer wieder mal Transceiver der unteren Preisklasse ausprobiere, bin ich logischerweise auf den Alinco DX-SR8E zugegangen und habe ihn getestet.
Meiner Meinung nach sollte Amateurfunk nicht unbedingt abhängig vom Geldbeutel sein, leider zeigt uns die aktuelle Preisschraube in letzter Zeit den "Mittelfinger" und läßt für viele Interessenten dieses Hobby als fast unerreichbar erscheinen.
Geräte der preiswerteren Kategorie werden zum Teil belächelt, als "indiskutabel" abgetan und komplett verschmäht.
Aber selbst die Yaesu-Geräte der FT-8xx-Reihe und der FT-450 sind preislich schon sehr stark angezogen, so daß viele noch eher auf Gebrauchtgeräte schauen, oder gar die Finger von KW-Geräten lassen.
Somit haben wir schon zwei Barrieren dieses Hobbys, die von Interessierten und Newcomern als äußerst lästig und Hemmschwelle wahrgenommen werden.
Die Tatsache, für eine Lizenz lernen zu müssen, mag Ihnen noch irgendwie einleuchtend erscheinen, aber dann auch noch mehr als 1.000,- Euro zur Eingewöhnung bezahlen zu müssen, sicherlich nicht mehr !

Und da setzt ein Transceiver wie der Alinco DX-SR8E an, er konzentriert sich hauptsächlich auf das Wesentliche, nämlich KW zu können und läßt dabei jeden Schnickschnack außen vor.
Der "Neue" hat aus den noch verbesserungswürdigen Vorgängern DX-70 und DX-77 gelernt, man legt bei Alinco nun mehr Wert auf einen guten Empfänger und einem ausreichend dimensionierten Sender von 10 - 160 m incl. WARC-Bänder.
Alinco war schon immer recht gut im UKW-Sektor vertreten und führend in der Scannertechnik, das hat sich nun übertragen auf das neu entwickelte KW-Gerät, dessen Bedienungsstruktur absolut übersichtlich und schnell erreichbar ausgelegt ist.
Keine große Menüsteuerung notwendig, die wichtigsten Funktionen befinden sich gleich auf dem Frontteil des Transceivers und sind mit einem Knopfdruck aktiviert.
Das Display ist äußerst aufgeräumt und übersichtlich und erscheint selbst für "schlecht Sehende" noch leserlich.
Das Gerät wirkt recht kompakt und ist zudem nicht allzu schwer, die Bedieneinheiten wirken äußerlich etwas "billig", zeigen aber dafür eine einwandfreie und reibungslose Bedienbarkeit und funktionieren tadellos.
Auch der eingebaute Lautsprecher ist im Gegensatz zum wesentlich teureren FT-450 ein reiner Segen und "quäkt" nicht einfach vor sich hin.

Im Betrieb erweist sich das fehlende DSP absolut nicht als "Schicksalsschlag", ein recht ausgeklügeltes Zusammenspiel zwischen einer verstellbaren Zwischenfrequenz,verschiedenen Verstärkern und Abschwächern,als auch mehreren Filterstufen verschafft dem Anwender ein sehr ordentliches Signal in allen Situationen.
Selbst stark im Rauschen verschwindene Stationen können noch recht gut hervorgeholt werden und sind damit für uns lesbar.
Auch das Großsignalverhalten auf den Low-Bands (40 bzw. 80 m) ist als gut zu bezeichnen, kann aber durch die verschiedenen Schaltstufen der HF-Abschwächer noch verbessert werden.
Die Frequenzwahl ist absolut simpel, vor allem hilft dabei die Direkteingabe einer Wunschfrequenz, die auch gleichzeitig einen Bandwechsel bewirken kann.
Der VFO kann hier im SSB-Betrieb auf 1 Hz-Schritte eingestellt werden, genauer geht es schon nicht mehr.
Der Empfänger macht einen sehr guten Eindruck und ist im Vergleich zum FT-857d und dem FT-450 (Yaesu) diesen tatsächlich überlegen.
Ich konnte dieses zumindest an einer Windom-Antenne für 10 - 40 m einwandfrei feststellen und begeisterte mich ebenso an dem guten Klang der Signale.
Stationen, die ich an besagten Vergleichsgeräten teilweise nur noch erahnen konnte, waren am Alinco noch verständlich lesbar.

Beim Sender ist vielleicht ein Manko die fehlende Durchstimmbarkeit der Ausgangsleistung, es gibt drei Stufen mit 1 Watt , 10 Watt und 100 Watt, wobei mir das eigentlich ausreichend erscheint, weil man eh die Weitverbindungen mit der größten Leistung versucht.
Die 10 Watt sind dann im Orts-QSO bzw. bei Bodenwellenbetrieb und zum Abgleich eines externen Antennentuners an der Antenne zu gebrauchen, wobei die 1 Watt dem QRP-Betriebler recht wohlgesonnen sein könnte.
Für digitale Betriebsarten gibt es auch dementsprechendes Zubehör, dort könnte eine fehlende Zwischenstufe evtl. etwas stören.
Jedoch kann man mit wenigen Handgriffen die Maximalstufe herunterziehen.
Die Modulation wurde durchweg als gut empfunden, selbst bei recht starkem QRM meisterte dann der zuschaltbare Sprachprozessor die Situation und die Gegenstation konnte einen noch gut aufnehmen.
Empfangs- und Sendefrequenz sind verstellbar, Splitbetrieb einfacher denn je, eben durchweg eine sehr einfache Bedienung, die nicht zeitaufwendig ist und ein ständiges Durchsuchen der Betriebsanleitung überflüssig macht.

Sicher wird der Eine oder Andere hier 6 m vermissen, aber Alinco konzentrierte sich komplett auf KW und hat für rund 630,- Euro eine bezahlbare, gute Lösung geschaffen, die zumindest im Preissegment bis 1.000,- Euro keinen Kandidaten scheuen müßte.
Natürlich werden einige Meßwerte bei wesentlich teureren Geräten, die auch mehr Drumherum anbieten, besser ausfallen, aber im eigentlichen Betrieb nicht gravierend zu vermerken sind.
Das Gerät selbst kann optional mit einem abnehmbaren Frontend arbeiten und ist mit Zusatzgeräten sogar fernbedienbar.
Also, Basis und Controlpanel können an unterschiedlichen Standorten via Internet miteinander zusammenarbeiten.

Somit können wir als Fazit festhalten, daß der Alinco DX-SR8E weitaus besser gelungen ist als seine Vorgänger und auch für den etwas finanzschwächeren HAM etwas zu bieten hat, an dem er sich erfreuen kann.
Auch für ambitionierte SWLs eine Alternative, da es den reinen Empfänger DX-8RE für runde 500,- Euro gibt.
Nun viel Spaß beim gemeinsamen Hobby,
vy 73
Euer Tom

Kommentare:

  1. Als reines Empfangsgerät empfehle ich nur noch SDR's, da sie nicht teurer sind und erheblich weit bessere Daten bieten. Als Beispiel sollte ein Gerät aus Italien genannt sein, welches um die 400 Euro kostet, aber das "Sehen" zur Freude macht. Wer es noch besser haben will, nimmt den "Schwarz-Gelben", der allerdings etwas teurer ist. Einen Computer (Notebook) hat wohl fast jeder OM heutzutage zur Verfügung. Der Alinco hat eine ziemlich miese Trennschärfe (Billigfilter) und ist wenig Großsignalfest. Ich verstehe nicht, wie man ihn empfehlen kann - gerade für Anfänger ist er eine Endtäuschung, wenn er in einer Großstadt mit entsprechendem QRM lebt. Für das, was der DX-8RE bietet, ist er noch zu teuer. Ich habe vergleichen können und war sehr enttäuscht! Außerdem sind die Bedienknöpfe sehr fummelig - ein Verstellen der Frequenz durch berühren des Hauptabstimmrades ist fast als "normal" zu bezeichnen.

    Kein Wunder, wenn nach Benutzung eines solchen Gerätes immer mehr SWL's die Lust am Hobby verlieren! Vom Sinn des reinen "Hörens" (bei dem Angebot) mal abgesehen.

    Vy 73

    AntwortenLöschen
  2. wahnwitziges Dummbatzgelaber, Herr Wahnsinn!

    AntwortenLöschen
  3. Wotan Wahnwitz der Name sagt schon ........
    Ich bin sehr zufrieden mit dem Alinco.Preis /Leistung beachten.Mister Wahnwitz hat dies scheinbar nicht ganz verstanden.
    73 von 13 bw 66

    AntwortenLöschen
  4. Mal abgesehen davon, hat nicht jeder das Geld um so teure Geräte zu kaufen die über 1000 Euro und mehr kosten. Wenn man schon die Preise sieht, kann einem die Lust am Hobby vergehen. 73

    AntwortenLöschen