Dienstag, 5. Juni 2012

Testbericht zum Tecsun PL 660



Ich wollte Euch mal eine recht preiswerte Möglichkeit präsentieren, wie Ihr Euch unterwegs, im Urlaub, oder natürlich auch zuhause einfach nur mal als SWL betätigen könnt, ohne gleich die Haushaltskasse wieder sprengen zu müssen.

Man erwartet zwar von recht preiswerten Underdog- Geräten nicht viel, jedoch muß man den Chinesen eines lassen, sie bauen billig einigermaßen Brauchbares zusammen !

Der Testbericht ist von einem Freund von mir (Mark Beuster), der gerne zelten geht und sich in der freien Natur aufhält, aber eben trotzdem gerne informiert sein möchte und zudem gerne der Shortwave sein Ohr leiht.

Selbst das Zuhören macht auf den KW-Frequenzen sehr viel Spaß und läßt die Zeit noch viel schneller vergehen.

Hier sein Bericht:

________________________



Die geehrten Herren,

hier ist er nun, der Testbericht zu meinem Tecsun PL 660:

erste Bilder seht ihr hier .

Der Tecsun wurde von einem Haendler auf Amazon Marketplace geliefert (Robotrader); deshalb evtl. die Direktlieferung aus China .

Heute kam das gute Stueck sauber verpackt (Originalkarton in Polstertasche umgeben von einer Klarsicht-Schutzhuelle) bei mir an.

Geliefert wurden der Tecsun PL660, eine Wurfantenne, ein Kopfhörer, ein Ladegeraet mit deutschem Stecker, eine übel riechende Schutztasche aus Lederimitat (diese liegt nun erst mal zum Auslüften auf Balkonien) und 4 AA Akkus (je 1,2V / 1000mA), welche mit dem Netzteil (6V, 300mA) direkt im Gerät geladen werden koennen.

Die Akkus waren vorgeladen, so dass ich gleich mit meinen Tests beginnen konnte.

Wie das Bild "Gewicht mit Akkus" zeigt, kommt man auf ein Gesamtgewicht von 554 gr mit eingebauten Akkus. Das Radio kann UKW, MW, LW, KW mit SSB und Airband sowie Synchronmodus Detector; eine Teleskopantenne und eine Ferritkernantenne für Mittelwelle sowie einem Klinken-Antenneneingang links.

Zur Testsituation:

Ich wohne im 7. Stock eines elfgeschossigen sanierten Berliner Plattenbaus in einer Plattenbausiedlung, in der ungefaehr 10.000 Menschen wohnen. Ihr koennt euch also sicher vorstellen, wieviel QRM (Stoernebel) durch elektrische Geraete, Powerline etc., hier erzeugt wird.

Somit ist insbesondere mir als SWL (Short Wave Listener / Kurzwellenhoerer) die Freude an meinem Hobby oft vergällt worden.

Nicht jedoch mit diesem Geraet:

An einem mir gegenueberliegenden Baum gespannten einfachen und unangepasstem Langdraht spielt das 40m Band einwandfrei, das 80m Band war halbwegs nutzbar und auch auf 15m waren Funkamateure aufzunehmen (alles Kurzwelle SW).

Das Geniale an diesem Weltempfaenger ist naemlich, dass man auf SSB (Single Side Band) umschalten und einen Vorfilter zum Abschwächen mehrerer gleichzeitig einfallender Sender setzen kann. Am Antenneneingang befindet sich ebenfalls ein Schalter, der die Antenne auf DX-Verkehr (Weitverkehr), normal und lokal umschalten lassen kann. Auf 40m liessen sich mit der Stellung LSB (Lower Sideband --> unteres Seitenband) die Funkamateure klar verstaendlich zum Hoeren bringen. Es bedarf aber etwas Feingefuehl bei der manuellen Frequenzabstimmung (rechts oben) und gleichzeitigem Einstellen des Drehreglers SSB BFO zum Koerper hin (Richtung Minus).

Das bekommt man aber durch Probieren heraus, wie man da zu drehen hat.

Links kann man am Schalter "Tone" zwischen Treble und Bass umschalten; jeder sollte fuer sich selbst heraus finden, welche Einstellung am besten zu einem passt. Sehr gut hierbei ist die im Bild dargestellte Stütze, welche einen guten Zugriff auf die Regler gewaehrt und das Radio stabil abstützt.

In der Wohnung bzw. mit der Wurfantenne auf dem Balkon war kein KW-Empfang moeglich.

Weiter geht es auf UKW:

Hier genuegte in meiner Hoehe quasi ein nasses Handtuch, um alle Sender klar verstaendlich zum Erklingen zu bringen, die verbaute Teleskopantenne konnte quasi eingezogen bleiben. In der Wohnung ist perfekter Empfang ueber den eingebauten Monolautsprecher möglich, ueber Kopfhoerer hoert man die Sender auch stereo.

Auch Mittelwelle lief sehr gut, ich konnte weit entfernte Radiostationen aus Indien, dem arabischen Raum, aber auch die Deutsche Welle aufnehmen. Hierzu ist es aber in meiner Wohnsituation notwendig, den oben beschriebenen vom Haus abgewandten Langdraht zu benutzen.

Heute Nacht, wenn die Mittelwelle am Besten spielt, werde ich testen, was noch alles so aufnehmbar ist.

Short-wave.info „ ist meiner Meinung nach eine gute Quelle für aktuell laufende Sendungen und deren Frequenzen.

Man kann Frequenzen direkt per einfachem Tastendruck eingeben und auf KW auch zwischen den einzelnen Bändern per Up / Down-Taste springen. Es wird ständig die aktuelle Uhrzeit angezeigt, wenn man diese zuvor per Druck auf die Taste Time eingestellt hat, sowie, welches Seitenband man auf KW nutzt und ob der Bandbreitenfilter auf Narrow oder Wide gesetzt ist.

Ein Hinweis:

Das Abhoeren des Airbandes (Flugfunk) ist in Deutschland verboten! Deswegen schreibe ich dazu hier nichts weiter.

Langwelle konnte ich bisher noch nicht testen, da ich noch nicht herausfand, wie man diese einschaltet. Ebenso weiss ich noch nicht, wie man die 2000 Speicher belegt und es so einrichten kann, dass man mit dem Sender seiner Wahl mittels der zwei verfuegbaren Timer geweckt werden kann.

Der Lieferant hat naemlich die englischsprachige Anleitung vergessen ! Ich reiche diese Informationen aber gern noch nach.

Zum Preis: Bei ebay gibt es das gute Stück für um die 90,-Eur.

Mein Fazit:

Da es in allen moeglichen Privatunterkünften / Hotels zwar immer einen Fernseher gibt, aber nie ein Radio und auch mobiles Internet bisher nicht immer lief, wird mich dieses kleine Kerlchen nun ständig begleiten. So kann ich auch endlich wieder meinem Hobby frönen und als SWLer tätig sein.

Hier noch ein Testbericht von Klaus Beilke zu diesem Radio.

Auf youtube gibt es auch einige anschauliche Videos und Hoereindrücke von Richy Schley zum Tecsun PL660.



______________________



So, das war der kurze Testbericht von unserem Mark aus Berlin, von dem wir hoffen, daß er demnächst ebenso die Möglichkeit finden wird, seine Amateurfunklizenzprüfung abzulegen, um dann auch sprachlich sich einbringen zu können.

Wir danken deshalb für die investierte Zeit und die Mühe, uns kurz über dieses preiswerte "Horchrohr" zu informieren.

Weiter so !

vy 73

Tom
                     

                                                                                                                                                            


         

Keine Kommentare:

Kommentar posten