Montag, 7. Oktober 2013

Kelemen-Dipol


Diesmal beschäftige ich mich wieder mit einer speziellen Form des Dipols, auch Kelemen-Dipol genannt.
Diese Dipole zeichnen sich durch Leichtigkeit, Witterungsbeständigkeit und hohen Wirkungsgrad aus, was ja gerade bei Drahtantennen nicht immer der Fall ist.
Weiterer Vorteil ist die koaxiale Speisung durch die dazugehörigen Kelemen-Balune, so daß hier Dipole zu Mehrbandantennen gemacht werden können, ohne zu Zweidrahtleitungen greifen zu müssen.
Diese Antennen können auch selbst gebaut werden, es ist nur zu empfehlen, wenigstens die richtigen Balune zu verwenden.


Es gibt echte Halbwellendipole dieser Art, aber auch für den wiederum platzgeschädigten Funkamateur kürzere Versionen, deren Wirkungsgrad jedoch fast gleich bleibt, was durch eine miteingeschliffene Luftspule erreicht wird.
Allerdings sei eine Einschränkung dabei erwähnt, die Bandbreite sinkt und bedarf dadurch der Nutzung eines Antennentuners.
Die Verlängerungsspulen werden aus hochwertigem Teflonkabel hergestellt und widerstehen dadurch auch extremen Witterungseinflüssen.
Desweiteren bilden sich keine „Kriechströme“ und auch eine gewisse Ozonbeständigkeit wird dem nachgesagt,spannungsfest und hat eine sehr lange Lebensdauer.
Der Dipol selbst ist sehr leicht und läßt sich deshalb in größeren Höhen gut befestigen.
Kommerziell hergestellte Kelemen-Dipole bestehen insgesamt aus hochwertigem Material, was auch den etwas abschreckenden Preis erklärt.
Aber wer etwas Gutes und Langlebiges haben möchte und damit auch Erfolge erzielen will, kommt an diesen Antennen nicht vorbei.



Dabei gibt es verschiedene Leistungsversionen von 200 – 2000 Watt PEP.
Wer einen solchen Dipol aus Platzgründen nicht komplett horizontal aufspannen kann, wird auch mit einer entsprechenden Inverted-Vee seinen Erfolg erzielen.
Zumal bei der Inverted-Vee eine Rundstrahlcharakteristik zum Tragen kommt und nur ein Haltepunkt benötigt wird.
Es ist allerdings darauf zu achten, daß der Winkel beider Schenkel 75° nicht unterschreiten sollte und am besten zwischen 90° und 120° liegen kann.
Die Schenkel sollten den Boden nicht berühren und mit Schnüren einfach verlängert werden.
Ihr könnt Euch die dadurch entstehende Spannweite mit dem Satz des Pythagoras berechnen.
Hier ein Beispiel:
Ihr habt 2 x 13 m Schenkellänge bei einem Winkel von 90°, nun wollte Ihr die Entfernung wissen,wo Eure Dipolteile enden.
Wir nennen die gesuchte Seite mal „c“.
c zum Quadrat = a zum Quadrat + b zum Quadrat
also ist c = die Wurzel aus a zum Quadrat + b zum Quadrat
In diesem Fall somit 18,38 m .
Die Höhe des Mastes berechnet sich dabei durch wiederum auf die gleiche Weise,wir haben ein gleichschenkliges Dreieck zu berechnen.
H (Höhe) wird in unserer Rechnung zu „b“ , folglich „a“ zu c/2 = 9,91 m und „a“ zu „c“ = 13 m
b zum Quadrat = c zum Quadrat – a zum Quadrat
b = Wurzel aus 169 – 84,46
b = 9,19 m = H

Zusammenfassend hätten wir einen 10 m Mast, der eine Ausbreitung von rund 19 m benötigt, um beide Dipolschenkel bei einem Winkel von gut 90° zur Inverted-Vee ausspannen zu können.
Aber es sind immerhin keine 26 m Spannweite mehr und keine Dipolkeulen, also Rundstrahlcharakteristik.
Nochmal betont sei die schmaler werdene Bandbreite mit größer werdener Verkürzung !
Auf jeden Fall sind mit diesem Dipol viele gute und erfolgreiche QSOs geführt worden, eine Aufbauhöhe von 9 – 10 m sei dabei angedacht.
Es ist wiederum mal wieder eine Alternative zu noch teureren Lösungen, ein Beam wiederum ist nicht zu ersetzen, aber der Erfolg spricht für sich und rechtfertigt ebenso einen höheren Preis.
Mein Fazit fällt relativ positiv aus, Verbindungen innerhalb Europas sind überhaupt kein Problem, außerkontinentale Verbindungen in die USA,Japan,Afrika und Australien waren immer noch mit gut verständlichen Signalen machbar, Südamerika ging aufgrund meiner Lage nicht.
Im Grunde rate ich zu einer Kombination aus Vertikalstrahler für 10 – 20 m und einen Kelemen-Dipol für 40 und 80 m (auch bis 160 m), dann dürfte es recht gut gehen.
Viel Spass,
vy 73
Euer Tom

Bilder von WIMO

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