Montag, 11. Juli 2011

Dipol-Experiment

Heute habe ich mir wieder Gedanken zu einem eigenen Projekt gemacht, was mir die ganze Zeit im Kopf rumgeistert und mich sehr beschäftigt.
Da ich Nachbarn habe, die es nicht gerne sehen würden, wenn ich mir einen ausgewachsenen Beam (wie z.B. Fritzel FB-23 oder gar FB-33) auf mein Dach stellen würde, bin ich logischerweise immer auf der Suche nach Kompromißen, die für beide Seiten erträglich wären.
Natürlich muß ich dadurch Abstriche im Wirkungsgrad machen, kann aber trotzdem "on the air" sein und ein paar Nuancen mehr rausholen als mit normalen Rundstrahlern bzw. gekürzten Drahtdipolen.
Deshalb schwebt mir ein Rotary-Dipol vor, der erstens nicht so sehr in den Blickpunkt gerät, aber dennoch recht gute Ergebnisse erzielen kann, sofern er freistehend angebracht wäre, und zweitens noch absolut bezahlbar ist.
Der Rotary-Dipol (wir hatten schon einen Bericht über gekürzte Exemplare) hätte eben den Vorteil, in die Vorzugsrichtung gedreht werden zu können und zudem das QRM etwas auszublenden.
Wir dürfen natürlich keine "Wunderwaffe" erwarten, aber alleine diese beiden Tatsachen könnten im DX von erheblichen Vorteil sein.
Dieses gilt für TX (Senden) und RX (Empfangen) gleichermaßen !

 Foto 
Das Projekt betrifft ein Dipol-Mittelstück, welches Mobilantennen mit 3/8 Zollgewinde aufnehmen kann und uns damit in die Lage versetzt, einen solchen gekürzten Rotary-Dipol im Handumdrehen selbst zu bauen.
Es handelt sich um ein MFJ-347 Mittelstück.
Dabei haben wir zwei Möglichkeiten, einmal als Monobander und zweitens als Mehrband-Ausführung.
In der zweiten Variante wird es wohl nicht ganz ohne Antennentuner gehen, da alle Mehrbandantennen nur bestimmte Bandbreiten vorweisen, die zum Teil recht gering sind.
Gehen wir davon aus, daß unsere Antenne auf einem Mast und/oder gar auf dem Dach steht, kommen wir nicht mehr so leicht ran, um evtl. Abstimmstäbe der Länge nach anpassen zu können.
Somit bleibt uns nicht anderes übrig, als auf Bandmitte zu eichen und zu den Bandenden hin das SWR mit einem Antennentuner nachzustimmen.
Gleiches gilt ebenso für Monobandantennen ab dem 40 m-Band !
Haben wir uns für bestimmte Antennen entschieden, ist das Projekt recht schnell aufgebaut und einsatzbereit.

Ich würde mich für eine Mehrbandlösung entscheiden und hätte dabei als Dipolstrahler die hier im Blog schon mal angesprochene C-Whip Maxi im Sinn, welche mit ihrer 240 cm Länge schon recht ordentlich ist.
Wir erreichen so eine Spannweite von ca. 490 cm incl. Mittelteil, die einen Drehradius von gerade mal 245 cm ergeben würde.
Das ist für kleine Platzverhältnisse schon sehr gut dimensioniert und passt fast überall hin.
Das Mittelteil wird nicht ganz nach oben an den Mast gesetzt, weil mit Abspannleine die beiden Dipolhälften zur Mastspitze hin nochmal abgespannt werden sollten, um dem Ganzen eine gewisse Traglastunterstützung zu geben und eben den Winter überstehen zu können.
Wie die C-Whip Maxi eingestellt wird, kann man ja in meinem Artikel dazu nachlesen.
Wichtig ist nur, daß beide Strahler gleiche Einstellungen aufweisen.
Der Preis dieses Projektes liegt bei 220,- Euro (Neuware), jedoch noch weit unter den Preisen für viele angebotene Vertikalstrahler, die zudem viel mehr auffallen !
Der benötigte Rotor kann ein simpler SAT-Antennenrotor sein, weil er nicht solch ein immenses Gewicht händeln muß.
Natürlich kann man diese Konstruktion auch für portable Zwecke verwenden, dabei muß nicht zwingend ein Rotor benutzt werden.
Ein Versuch wäre es wert, da gerade für Platzgeschädigte somit eine ganze Menge rauszuholen wäre und diese Art Antenne bestimmt wetterfest ist.

Wer im Selbstbau etwas versierter und mechanisch ein wenig geübt ist, kann sich dieses Projekt mal ansehen.
Hier wird ein V-Dipol gebaut, der aufgrund dieser Form auch relativ platzsparend aufgebaut werden kann.
Viel Spass beim Nachbau und viel Erfolg.

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