Freitag, 27. Mai 2011

Automatische Antennenanpassgeräte

Da man in der heutigen Zeit immer häufiger mit Kompromissantennen und Eigengebilden zutun hat, oder aber eben Drahtantennen jeglicher Form verwendet, ist ein sogenannter Antennentuner fast nicht mehr aus dem Amateurfunk wegzudenken.
Er sorgt dafür, daß die Anpassung zwischen Antenne und Transceiver vor dem Sendebetrieb steht und bietet dem Transceiverausgang - und damit der Endstufe - die uns bekannten 50 Ohm an.
Sind diese nämlich nicht vorhanden, regeln moderne Geräte Heute die Leistung zum Schutz der Endstufen runter, oder die Geräte nehmen sogar Schaden.
Desweiteren sorgt eine Fehlanpassung natürlich für erhebliche Verluste und vor allem für Störungen (TVI / BCI ).
Selbstverständlich kann eine Antenne auch mit anderen Mitteln angepasst werden wie z.B. mit Fuchskreisen oder gar manuellen LC-Gliedern, aber wir widmen uns den komfortableren Automatiktunern, die das auf Knopf - oder Sendetastendruck machen.
Auf die Sonderformen (bei Dipolen z.B.) möchte ich hier jetzt gar nicht eingehen, da ich dann wohl mehrere Seiten dazu schreiben müßte und dieses einen Informationsblog überschreitet.

Die uns bekanntesten Tuner kommen von LDG, MFJ, SGC und CG, zumindest sind sie die am ehesten verwendeten Anpassgeräte derzeit.
Hier gibt es dementsprechend Unterschiede, zumal auch für verschiedene Antennenvarianten ganz spezielle Tuner zur Anwendung kommen.
Es ist nämlich ein Unterschied, ob ich eine Vertikalantenne (Groundplane), oder eine endgespeiste Antenne (Langdraht) oder einen Dipol anpassen möchte.
Wichtig dabei ist auch immer die Impedanz, die der jeweilige Tuner noch anmatchen kann, denn eine recht starke Fehlanpassung ergibt logischerweise auch eine höhere Impedanz, die das Anpassungsglied ausgleichen muß.
Und somit unterscheiden wir weiterhin zwischen internen,in den Funkgeräten eingebaute Antennentuner, und den externen ATs, die zwischen TRX und Antenne kommen und welche meist eine höhere Impedanz verarbeiten können.

Auf diese externen Tuner möchten wir uns mal konzentrieren, da sie uns die Arbeit am Sender erheblich erleichtern und keine minutenlange Anpassung erfordern.
Die einfachen Tuner sind meist die, welche koaxgespeiste Antennen anpassen können, hier wird einfach das koaxiale Antennenkabel von der Antenne in den Tuner gesteckt (angeschraubt mittels PL-Stecker) und mittels "Tuneknopfdruck" dann der Abstimmschritt eingeleitet.
Die meisten dieser Tuner werden über eine sogenannte CAT-Schnittstelle mit dem Funkgerät verbunden und von dort gesteuert.
Der Abstimmvorgang geschieht dann automatisch mit 10 Watt und der richtigen Modulationsart (AM - FM - CW), nach erfolgreicher Anpassung schaltet der Tuner bzw. das Funkgerät dann in die alten Einstellungen zurück.
Aber auch unabhängige Tuner wie der LDG-100 PRO arbeiten mit jedem Gerät auf diese Art und Weise zusammen, meist können sie sogar zwei koaxgespeiste Antennen aufnehmen, so daß man auf zwei verschiedene Antennen umschalten kann.
Sie halten ca. 125 Watt PEP in SSB aus, was für den normalen Betrieb auch völlig ausreicht, der LDG-200 PRO ist für 200 Watt PEP vorgesehen.

Hierzu nun das Pendant von MFJ, nämlich der MFJ-925, auch er basiert auf dieses Prinzip, hat aber den Vorteil, daß er noch mittels Adapter mit einem Langdraht verbunden werden könnte..
Hier kann also ein Draht beliebiger Länge (aufpassen - es gibt bestimmte Längen, die von Vorteil sind wie 9 m , 12,50 m , 16 m , 21 m u.s.w.) eingesteckt und auch angepasst werden, dieser ist nicht koaxialgespeist.
Ein Vorteil gegenüber Langdrähten, die mittels 1:9 Unun und Koaxialkabel verwendet werden, sie haben größere Verluste, höhere Störanfälligkeit, verlustbehaftete Zuleitung und damit auch niedrigeren Wirkungsgrad.
Man sieht daran schon, dieser Tuner muß nicht im Shack stehen, er kann am Fußpunkt der Antenne angebracht werden und leitet durch Trägerstellung den Anpassvorgang ein.
Er kann somit so oder so genutzt werden, ein Kompromißtuner somit.
Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 200 Watt PEP.





Hingegen wir jetzt zu den Tunern kommen, die prädestiniert für endgespeiste Antennen sind und auf jeden Fall am Fußpunkt der Antenne sitzen.
Das gilt für vertikale, als auch horizontale Drahtantennen (Langdrähte), natürlich abgewandelte CB- und Mehrbereichsantennen ohne Anpasswerk im Fuß inclusive.
Irgendwelche Baluns und Ununs einfach rausschmeißen und direkt am Tuner anschließen, das bringt dann auch den gewünschten Erfolg!
Diese Geräte liegen natürlich auch in einer anderen Preisklasse, wobei der CG-3000 mit seinen 265,- Euro bei 150 Watt PEP noch erschwinglich ist.

Die SGC-Tuner sind dann meist schon für mehr Leistung zugelassen und haben auch eine höhere Impedanzverarbeitung, was logischerweise erhöhte Ansprüche an das Anpassnetzwerk stellt.
Es wird einfach die Seele an dem AT angeschlossen und an Masse das Gegengewicht (zumeist Radiale), auch können mit Abstrichen Dipole angepasst werden.
Jene brauchen normalerweise einen Symmetriekoppler oder ein Symmetriertuner, die recht teuer sind.





Der MFJ-927 kann hingegen beides, er kann koaxgespeiste Antennen, als auch Langdrähte anpassen, hat aber den Ruf, doch ab und zu mal auszusteigen und durch einen Reset neu gestartet werden zu müssen, was allerdings nicht immer passiert.


Viele der zur Verfügung stehenden Tuner wurden hier nicht erwähnt, aber diese Vier stehen einfach für bestimmte Prinzipien und Vorgehensweisen, denen im Grunde alle folgen.
Wer also nicht manuell und minutenlang anpassen möchte, sondern in Sekundenschnelle auf Sendung sein will, der kauft einen automatischen AT für die jeweilige Form der Antenne.
Die SGC- und CG-Tuner haben den Vorteil, daß sie auch im KFZ zum Einsatz kommen können, da hier meist ein schneller Bandwechsel an sehr kurzen Antennen vorgenommen werden soll, was diese Tuner ernöglichen.
Sie "würgen" dann die viel zu kurzen Mobilstrahler an die jeweiligen Bänder und Nutzfrequenzen an.
Kompromiß auf dem Balkon oder eben auch im Auto wäre dann der MFJ-927 und der MFJ-925, sie können das bedingt auch, wobei letzterer allerdings nicht wasserdicht ist!
Ich persönlich nutze einen MFJ-925, der bei mir auf dem Dachboden und damit noch im Trockenen steht und eine G5RV anmatchen soll.
Diese ist aber koaxgespeist, weil sie eine Hühnerleiter besitzt (Paralleldraht-Speisung), die eine weiterführende Einspeisung mit beliebig langen 50-Ohm-Kabel zuläßt.
Er geht immerhin bis 1600 Ohm Impedanz, was schon recht ordentlich ist.
Seine Kosten mit 175,- Euro halten sich auch in Grenzen.
Für die endgespeiste Vertikale werde ich mich aber für den CG-3000 entscheiden, da ich diesen gleich mit an den Mast unterhalb der Antenne anbringen kann und somit eine echte Einspeisung direkt am Fußpunkt gelingt.
Damit entfällt der lästige und verlustbehaftete Unun und die Antenne kann ohne Probleme bis 80 m angepasst werden (oder gar bis 160 m).

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