Mittwoch, 11. Mai 2011

Die G5RV und ihr Pendant ZS6BKW

Da wir HAMs ja fast alle gerne mal an der Kurzwelle schnuppern möchten, aber nicht jeder soviel Geld für eine super Antennenanlage ausgeben kann, oder es sogar noch am nötigen Platzangebot happert, kommen uns immer wieder Drahtantennen in den Sinn.
Sie lassen sich meist mit einfachen Mitteln selbst bauen und erzielen trotzdem recht achtsame Erfolge.
Hierbei geht man immer gerne an die Ursprungsform einer Antenne heran - nämlich den Dipol.
Heutzutage versucht ein jeder KW-Amateur natürlich, soviele Bänder wie nur möglich zu arbeiten, was uns wieder in das Problem der Mehrbandfähigkeit bringt.
Dipole sind normal symmetrische Antennen, das bedeutet, es bedarf zur derer Speisung allerdings Zweidrahtleitung, weil diese Form der Antennen nie 50 Ohm ergeben und somit nicht direkt mit Koaxkabel gespeist werden kann.
Da wir auch noch die Mehrbandfähigkeit erreichen wollen, kommt nur eine solche Speisung in Frage.
Die wesentlich teurere Variante ist über einen symmetrischen Koppler oder eben Antennentuner, der direkt an der Antenne sitzt.

Die G5RV ist ein solch typischer Mehrband-Dipol, es gibt ihn in drei verschiedenen Längen (16 m , 32 m und 64 m), somit geht er von 10 - 40 m / 10 - 80 m / 10 - 160 m-Band.
Ich persönlich hatte aufgrund von Platzmangel mal eine kurze Version über dem Dach, welche in L-Form gespannt war.
Diesen Vorteil haben diese Antennen auch, man kann sie gerade waagrecht, oder als "Inverted Vee", oder eben waagrecht geknickt aufhängen und kann so optimal den zur Verfügung stehenden Platz nutzen.
Die Antennen sind relativ einfach selbst zu bauen, aber die Kaufversionen gibt es schon ab 39,90 Euro, somit für fast jeden erschwinglich.
Die Aufbauhöhe sollte bei mindestens 7 - 8 m sein, wenn möglich höher.
Bei mir waren es 10 m, was bei einem Schenkel etwas abgeschrägt nach unten auf 7 m herabführte
Diese Antenne hat in der Kaufversion eine 5 m Feederleitung (Wireman 450 Ohm) als Zuleitungskabel dabei, an deren Ende ein 1:1-Balun angebracht ist, wo man mit normalen Koaxkabel weitergeht zum Transceiver.
Unter normalen Umständen muß der Balun nicht mal sein, dafür dann aber eine Mantelwellensperre.
Die längeren Versionen weisen natürlich auch längere Federleitungen auf.
Wichtig dabei ist, daß diese Wireman-Kabel freihängen müssen, keinen metallischen Kontakt zu umliegenden Gegenständen, auch keine Berührung des Mauerwerks u.s.w., hier muß man etwas tricksen.
Mit isolierten Abstandhalter evtl. von den jeweiligen Objekten fernhalten, da sonst die Antenne verstimmt wird.
Eine G5RV hat auf keinem Band eine Resonanz, sie muß auf jeden Fall mittels Antennentuner (interne reichen) angepasst werden, was aber eigentlich sehr gut gelingt.
Die erzielten Ergebnisse mit dieser Antenne können sich sehen lassen, man ist auf jeden Fall dabei !



Im Gegensatz dazu nun die ZS6BKW, sie hat die selben Maße wie eine G5RV, wurde aber etwas modifiziert.
Sie hat bei der 10 - 80 m - Version eine Länge von 2 x 13,75 m und weist eine 12,20 m lange Feederleitung auf (die G5RV 32 m Länge und 10 m Feederleitung).
Allerdings hat diese Antenne einen riesen Vorteil, sie ist schon auf 10, 12, 17, 20 und 40 m resonant, braucht dort keinen Tuner und muß nur auf 15, 30 und 80 m angepasst werden.
Mit ihren 27 m ist sie zudem noch 5 m kürzer als ihre Ursprungsform, was nicht unerheblich bei Platzmangel ist.
Die Antenne ist recht ruhig in ihrem Verhalten, wird aber ansonsten mit der Zuleitung genauso gehandhabt wie die G5RV.
Auf "berlinfunk.de" gibt es sie mit Airfeeder (fällt nicht so auf wie Wireman) schon für 69,90 Euro, bei Maas für 59,90 Euro mit Feederleitung, und sie wird wohl meine zukünftige Antenne sein.
Genauso kann sie als Inverted Vee oder geknickt aufgespannt werden, das macht ihr nichts aus, sie nimmt dann sogar mehr Rundstrahlcharakteristik an.






Wer somit den Platz für diese Art von Drahtantenne hat, sollte ihn damit auch ausfüllen, denn er bekommt für wenig Geld eine recht gute Antenne, die ihn zumeist auch da Gehör beschert, wo der Operator gerne hin möchte.
Sicherlich ist man damit keinem Beam überlegen, aber man liegt im goldenen Mittelmaß.
Die hier verwendeten Bilder stammen u.a. übrigens von Maas und berlinfunk.de.

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